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Neubau eines Wohnhauses für eine Familie mit 3 Kind
städtebauliche Situation
Das Grundstück liegt innerhalb eines denkmalgeschützten Quartier an einem kreisrunden Platz. Zum Schutz einer Bungalow-Siedlung aus den 60er war im Bebauungsplan ursprünglich nur ein Vollgeschoss zugelassen. Im Zuge der städtebaulichen Beurteilung konnte durch Ausrichtung und Art der Kubatur eine 2-geschossige städtebauliche Lösung gefunden werden, die zwischen den höheren Bestandsbauten und den flachen Bungalows am Platz vermittelt. Die nicht unter Schutz stehende Grundstückseinfriedung aus dem 19.Jhrd. wurde mit einbezogen und definiert zwischen dem privatem und dem öffentlichen Raum. Der Erdgeschossraum des Hauses konnte so räumlich bis zur Mauer der Einfriedung konzipiert werden.
wohnen
Im Erdgeschoss befindet sich die Küche und das gemeinschaftliche Wohnen mit 180qm. Die Individual-Räume befinden sich im Obergeschoss mit 170qm. Das Obergeschoss ist bestimmt durch das umlaufende 1,20m hohe "Langfenster" mit seinen Einbauten wie z.B. den Sitzbänken. Die Räume besitzen immer 2 Zugänge. So können die Kinder um ihre Zimmer herumlaufen. Raum im Raum entsteht. Alle Innentüren, Fenstertüren und Fensterflügel im Haus sind grundsätzlich Schiebe<->Elemente.
entwerfen
Entwurfstechnisch wurde von Anfang an im Sinne eines "Tektonischen Gefüges" aus Grundriss, Tragkonstruktion und baukonstruktiver Hülle entwickelt. Grundsätzliche Ideen und konkrete Detaillösungen wurden im Vorentwurfsstadium methodisch als gleichwertig behandelt. Am Ende der 1-jährigen Entwurfsentwicklung gab es zur Entscheidung 2 Entwürfe. Einen konventionelleren Entwurf mit weniger Glasflächen als Stahlbetonbau und den realisierten Stahlskelettbau im räumlichen Zusammenspiel mit der Einfriedung des Grundstückes. Das Haus hat einen eigenen klaren Charakter ohne auf Schwere und Flächigkeit von Materialen zu setzen. Die räumlich durchgehenden Ebenen gleichen Plateaus und schaffen situative Räume in Verbindung mit Außen und Innen und dem Gebrauch. Die Stahlkonstruktion ist sichtbar. Während des Entwurf-Prozesses wurde die Tragkonstruktion im Ganzen und im Detail laufend modifiziert um ein möglichst klares Zusammenspiel von Raum und Konstruktion in den Proportionen zu erreichen. Dies wurde u.a. dadurch erreicht, daß die Wege der abzuleitenden Kräfte minimiert und nachvollziehbar sind.
Energie
Die Heizenergie des Hauses wird mittels Geothermie über 5 Erdwärmesonden gewonnen. Die elektrische Energie wird zukünftig vollständig über eine Photo-Voltaik-Anlage erzeugt. Damit ist CO2-freier Betrieb möglich. Die Verteilung der Heizleistung erfolgt über eine Fußbodenheizung, die im Sommer zur Bauteil-Kühlung eingesetzt werden kann.
Konstruktion und Gefüge
Das Stahlskelett besteht im wesentlichen aus Doppelt-T-Profilen 120. Die Aussteifung erfolgt vollständig über schlanke Zugstab-Verbände innerhalb der Ebene der Stahlstützen. Die Sichtbetondecken sind aus vorgefertigten Spannbeton-Dielen. Sie übertragen als konstruktive Scheibe in Stahlverbund-Bauweise die angreifenden Horizontalkräfte. Die Spannweite beträgt 9,00m. Keine der innenliegenden Wände ist tragend.
Die Grundrisse sind durch dieses Konzept grundsätzlich frei. Die geschlossenen massiven Teile der Fassade, wie das "Brüstung-Band" und das "Attika-Band", sind in speziellem Massivholz vorgefertigt worden und an das Stahlskelett angehängt. Auf eine dicke Wärmedämmung und Dampfsperre konnte so verzichtet werden. Insgesamt wurde ein möglichst hoher Grad an Vorfertigung angestrebt.
Das Haus ist gegenüber einem konventionellen Bauwerk in Stahlbeton und Mauerwerk um etwa 40% leichter. Die rahmenlose Filigran-Verglasung mit den Schiebeelementen (Fa. SkyFrame) ist thermisch getrennt und hat keine Sonnenschutzverglasung, damit der Energiegewinn der passiven Sonneneinstrahlung maximiert ist. Vor Ort konnte für den sommerlichen Wärmeschutz der individuelle Verlauf der Sonneneinstrahlung und die Verschattungen analysiert und berücksichtigt werden. Eine 100-jährige Eiche im Süden des Grundstückes verschattet das Haus im Sommer. Der sommerliche Wärmeschutz kann bei Bedarf auf der S/W-Seite durch 3 scheibenartige weiße transluszente Sonnenschirme ergänzt werden.
Fächermanschette
Die Sonderkonstruktion für das Brüstungs- und Attikaband ist extra für dieses Haus in unserem Architekturbüro entwickelt worden. Durch die Eigenschaften der Fächermanschette wird erreicht, daß die Bänder in ihrer Wirkung abhängig sind von der Bewegung des Betrachters, Licht und der unmittelbaren Umgebung. Die schematische Flächigkeit geschlossenen Flächen eines Kubus wird aufgehoben und ein eigener Körper entsteht durch Dichte, Farben und Blick. Die Fächermanschette ist genauso ein entwurflicher Bestandteil für die Gestaltung der Innenräume. Von Innen nach Oben blickend "franst" der Rand zwischen Haus und Himmel. Nach Unten blickend "franst" die Brüstung des Langfensters in allen Farben.
Die Fächermanschette ist technisch und gestalterisch rechtlich geschützt.
Einbauten
:::Sonderkonstruktion Treppenhauswände aus speziellen transluszente Acrylplatten in Kombination mit den langen Schiebe-Elementen und der offenen Gardrobe mit Bank:::die umlaufenden Einbauten des Langfensters:::die Bibliothek mit der Spindeltreppe:::die Küche und weitere unterschiedliche Einbauschränke bündig und raumhoch in die Wände integriert.
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